Montag 25. September 2017 17:26 Alter: 54 Tage

Von: Maria Peters

… sagte am Samstagnachmittag in Essen Hartmut Brückner zu mir „ob ich die eine oder andere Hand von heute in einer Deiner ECKEN wiederfinde …" Da liest ja jemand meine Beiträge regelmäßig, das freut einen denn doch.

Ein Schlemm (6 SA +1) gegen ihn und seinen Partner waren nur um die 30 % wert – man war auf einen Pik-Schnitt angewiesen, der saß!

Am nächsten Tisch schaute ich auf ein schönes 6er-Treff als Bernd Wagemann mit 1 Pik eröffnete.
Von mir kamen 2 Treff, worauf er in 3 Karo sprang! Da leuchteten die Dollarzeichen in meinen Augen auf, wie es so schön heißt: 6 ½ eigene Stiche angesichts einer partieforcierenden Hand meines Partners – 6 SA (daher das Fragezeichen im Diagramm) schien mir evtl. zu wenig – aber wie jetzt nach den Keycards fragen?

Schließlich entschloss ich mich zum 4-Treff-Gebot, bei uns als Ass-Frage zu beantworten. Nach dem Gebot, das 3 oder 0 zeigt, riskierte ich den Sprung in 7 SA – immer ein tolles Gefühl, wenn man das komplette Bietpäckchen auf den grünen Filz packt!

Später zuhause auf dem Sofa kam meinem Mann die Idee, man hätte die Ass-Frage auch mit 4 Karo auf Karobasis stellen können. Dann hätte bei der Antwort eine Keycard gefehlt, und man wäre in schnittunabhängigen 6 SA gelandet!

Als Nord ein kleines Coeur ausspielte, entfuhr mir beim Anblick des Dummies der Satz: „ Junge, was machst Du mit mir…“: 17 F + 3 Längenpunkte, kein einziges Treff und der Tatbestand von zwei fehlenden Königen – nach sicherem Erfüllen sah das nun wirklich nicht aus, obwohl ich ja nun definitiv 7 sichere Stiche in der Hand hatte. Aber wie überhaupt in die selbige kommen?

Wie immer musste der eine zum Ziel führende Spielplan gefunden werden. 1 Pik-, 3 Coeur- (Blockade?), 1 Karo- und 6 Treffstiche – da fehlten noch zwei! Die Karofarbe ( ein Hoch auf die Mittelwerte!) schien mir ziemlich schnell der einzige Weg. Aber wie so häufig musste schon der erste Stich „fein überlegt“ werden – denn wie in die Hand kommen? Alles musste auf eine Karte gesetzt werden: Coeur-Dame vom Tisch mit dem König in der Hand übernommen (damit mussten nun die Karos noch einen Stich mehr bringen) – und Karo-Dame zum Schnitt vorgelegt. Der König kam links unverzüglich vom Double auf den Tisch, ich kam mit der 10 wieder in die Hand, um meine Treffs einzusammeln, dank einer weiteren wichtigen 10 auch wirklich jeden Stich wert.

Der einsame Top für uns wurde von zwei befreundeten Damen leise als „nicht so ganz seriös gereizt“ kommentiert – nicht zu Unrecht vielleicht, aber im Paarturnier vertretbar?

Ein paar Nachgedanken kamen mir dann natürlich sofort: was hätte ich mit einem Pik-Angriff angefangen? Bei guten Gegnern (und wir befanden uns, nebenbei erwähnt, bei der 1. Meisterschaft des Bridge-Verband-Rhein-Ruhr) hätte man wohl den Angriff unter dem Pik-König ausschließen müssen – oder ein ganz raffinierter Schachzug, da Pik ja von Ost als erste Farbe geboten wurde?
Die Erkenntnis, dass das Spiel aber ohnehin nur über die Karos funktionieren würde, hätte zum Einsatz des Pik-Asses verpflichtet, um dann wieder über Coeur-Dame zum König den Schnitt anzusetzen. Und noch eine Falle drohte: hätte die linke Gegnerin einmal geduckt, hätte man unverzüglich die Treffs abziehen müssen – die wären sonst allesamt eingeschlafen - oder hat der ein oder andere Experte noch eine „Squeeze-Variante“ im Angebot?

Viel „Gehirnschmalz“ verbraucht für eins von 40 Boards – ein schönes Turnier: sämtliche Einnahmen wurden als Geldpreise an 11 von 21 Paaren ausgeschüttet! Und so gewannen wir am Ende mit dem 6. Platz exakt die eingezahlten 25 Euro zurück …


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